Sinnvolle Online-Weiterbildungen zu nachhaltiger Entwicklung

Wie sehen gute Online-Weiterbildungen zu nachhaltiger Entwicklung aus? Welche digitalen Wege gibt es, um Menschen in ihrem Engagement in der Klimakrise zu unterstützen? Wie geht online auch einfach? Und wie lässt sich digitales Lernen mit Lernen in der Natur verbinden?

Klima.Runde

Neue Lösungen und Methoden finden

Antworten auf diese Fragen haben wir im Rahmen des Projekts Klima.Runde gesucht. Als Weiterbildungsformat trägt sie dazu bei, der Klimakrise in Brandenburg zu begegnen. Dabei orientiert sie sich an den Grundsätzen der BNE. Als Modellprojekt probiert sie neue Methoden und Lösungswege aus und macht diese für andere Bildungseinrichtungen und Organisationen nutzbar.
Wir haben die Klima.Runde vom 1.1.2020 – 28.2.2021 verwirklicht. Sie wurde als erstes Projekt in Brandenburg mit der Zertifizierung Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Die Klima.Runde wurden wir vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg gefördert.

Leitfaden

7 Tipps: Nachhaltigkeit online vermitteln


Die folgenden 7 Tipps sind ein Ergebnis aus dem Projekt:

  1. Überlegt loslaufen. Ein Konzept mit Zielen > Inhalten > Methoden, Rollen und Technikhinweisen ist die Basis für gelingende Online-Bildungsformate. Zusätzlich braucht es den Mut, um loszulaufen und zu lernen. Beispiel? Das komische Schweigen, wenn die Teilnehmenden ankommen: da hat uns ein kurzes Video mit dem Weg zur Villa Fohrde geholfen – es schafft eine erste Verbindung und lockert auf.
  2. Mitmachen. Ein Online Workshop ist kein Fernsehabend. Er ist langweilig, wenn keine*r mitmacht. Dabei ist wichtig, welche Form des Mitmachens zum Format passt: sie reichen von kreativen Fragen im Chat (einfach), über Breakout Rooms (fortgeschritten) bis hin zu kollaborativen Online Whiteboards (anspruchsvoll). 
  3. Her mit der Umwelt. Ja, beim Digitalen fehlt was: zwei Drittel unseres Körpers, ein gemeinsamer Mittelpunkt im Seminarraum und gerade bei Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) Natur. Wir können das Fehlende bewusst einbeziehen: durch kleine Übungen in der Natur, das Teilen von Gegenständen aus dem Zimmer, ein Bild als gemeinsame Mitte, Momente oder Musik.
  4. Kompromiss Hybrid. Online-Formate haben Vorteile: Keine Anreise, weniger CO2 oder mal eben eine Expertin aus Uganda einladen. Sie haben auch Nachteile: Einige haben nicht die nötige Technik und es geht Zwischenmenschliches verloren. Bei mehrteiligen Bildungsangeboten sind hybride Formate sinnvoll. Beispielsweise mit Kennenlernen vor Ort stattfinden, einigen Online-Treffen in der Mitte und einem gemeinsamen Abschluss vor Ort.
  5. Die, die da sind, sind die Richtigen. Gerade unverbindliche Vorbeischauformate haben uns gelehrt, dass die, die da sind, die Richtigen sind. Es ist fairer für alle Anwesenden, konzentriert und mit Energie zu arbeiten, als sich darüber zu ärgern, wer alles nicht da ist.
  6. Weniger ist mehr. Einfache Methoden wie kurze Impulse, Filmausschnitte, kleine Lesungen oder Rätsel funktionieren oft besser als zehn verschiedene innovative digitale Tools. Zudem ist einfacher meist inklusiver.
  7. Auch die Verpackung zählt: Mittlerweile gibt es viele Online-Videoplattformen und noch mehr digitale Tools. Für uns wurde klar: Nicht das einfachste oder aufregendste Instrument ist das beste, sondern das, das auch nachhaltig ist. Beispiele? Die open Source Plattform BigBlueButton, das Kooperationstool wechange oder die Suchmaschine ecosia.
     

Noch nicht genug?

Ausführlichere Tipps, Ablaufpläne für Online-Weiterbildungen und weiterführende Links gibt es in diesem Leitfaden Klima.Runde. Wir freuen uns, wenn Sie etwa mit den Tipps anfangen können. Rückmeldungen und Kritik können Sie gerne unter mit uns teilen.