Spielerisch an die Politik heran gehen

* Deutschland zwischen Willkommensinitiativen, Rechtsruck und Fake News *

 

Politische Planspiele als 2-stündige Bildungsmodule für Gruppen.

Aktuell geht es viel um den erstarkenden Rechtspopulismus und „Deutschland als Einwanderungsland“ oder die Verbreitung von Falschmeldungen (Fake News). Wir bieten verschiedene Planspiele an, um Argumente rund um die Fragen von Toleranz in der Demokratie, Zusammenleben und Fake News in der Mediengesellschaft zu schärfen. Wie kann ein demokratisches Miteinander funktionieren? Wie kommen wir vom Wegsehen zum Eingreifen?

Die Planspiele sind Rollenspiele, die helfen unterschiedliche Meinungen kennenzulernen, neue Blickwinkel einzunehmen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Es geht dabei darum, die Zivilgesellschaft zu stärken und Rassismus entgegen zu treten. Dies beginnt manchmal schon beim Elternabend der KiTa, in der Betriebsversammlung oder bei der Familienfeier.

Die Planspiele richten sich an Jugendliche ab 12 Jahren sowie an Erwachsene. Die Planspiele eignen sich für 5 – 12 Personen, die Dauer (inklusive der Auswertung) beträgt ca. 2 Stunden. Wir bieten die Planspiele als Bildungsmodule in der Villa Fohrde an, kommen mit den Planspielen aber auch gern zu ihren Vereinen, Institutionen oder auf ihre Elternabende. Die Durchführung der Planspiele ist kostenfrei. Sprechen Sie uns einfach an!

 

Es werden folgende Planspiele angeboten:

* Wie viel Toleranz kann und sollte eine Demokratie bieten?

Neue rechte Parteien erzielen in Deutschland hohe Wahlergebnisse. Im fiktiven Ort Schalow soll ein Spargelfest stattfinden. Per online Abstimmung durften die Bürger*innen von Schalow bestimmen welche Organisationen Stände auf dem traditionellen Spargelfest aufstellen dürfen. Dabei hat die rechts-populistische Gruppierung "Schalower Seele" drei Stände ergattert. Der Hauptsponsor droht seine Unterstützung aus Angst vor schlechter Presse einzustellen, der Bauernverband möchte einfach nur den berühmten Schalower Spargel feiern und die Bürger-Initiative will keine Rassisten auf dem Fest. Schlüpft in die Rollen der Schalower Spargelfestsponsoren, des/der Bürgermeister*in oder des traditionellen Spargelverbandes und bestimmt Aussehen und Inhalt des Schalower Spargelfests.

 

* Wie kann das Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft gelingen?

In der fiktiven Kleinstadt Breilitz wird traditionell das Forellenfest gefeiert und das Forellenfräulein gekürt. Seit 2015 sind viele Geflüchtete in Breilitz angekommen und im armen Stadtteil Grabkow untergebracht. Deshalb möchte man im Rathaus statt dem Forellenfest ein Integrationsfest feiern, auch um sich als offene Stadt zu präsentieren. Die Breilitzer zeigen unterschiedliche Reaktionen auf diesen Plan. Am runden Tisch diskutieren Vertreter*innen des Rathauses, der Hauptsponsor des Festes, der Breilitzer Traditionsverein, die Rathaus-kritische Bürgerinitiative „Breilitz hilft“, der Verband der Immigranten „Migranten@Breilitz e.V.“ und das nationale „Bündnis Zukunft Grabkow“ (BGZ) miteinander. Werdet selbst Bürgermeister*in von Breilitz oder Vorsitzende*r der BGZ und bestimmt welches Fest in Breilitz gefeiert wird. Ist ein Kompromiss für alle Seiten denkbar?

 

* Wie gehen wir mit den sozialen Medien und den Fake News um?

Auch das dritte Planspiel lässt uns in die Rolle lokaler Akteure*innen schlüpfen, die sich mit dem Für und Wider der digitalen Gesellschaft auseinandersetzen. In einer Kleinstadt erscheint eine Falschmeldung in einem öffentlichen Forum. Daraufhin gibt es einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft und eine Politikerin wird bedroht. Welche Bedeutung haben Fake News und wer ist für die Reaktionen verantwortlich? Was kann man gegen die Falschmeldungen und gegen die Verleumdung tun? Darf die freie Meinungsäußerung in einer Demokratie beschnitten werden?
 

* Wie gestalten wir Wohnen und Leben im ländlichen Raum?

In unserem vierten Planspiel tauchen wir in die Szenerie einer fiktiven Kleinstadt Seefelde direkt an der Seefelder-Seenplatte ein. Anstelle von schwindenenden Industriebetrieben und alteingesessenen Einwohner*innen traten in den letzten Jahren neue wirtschaftliche Zugpferde der Region hervor. Durch Tourismusangebote und zuziehende Pendler aus der Großstadt erhöhten sich die Steuereinnahmen der Stadt. Diese Entwicklung stellt den kleinen Ort vor große Herausforderungen. Denn was einerseitsmehr Geld in der kommunalen Kasse bedeutet, führt andererseits beispielsweise zu überlasteter Infrastruktur durch erhöhtes Verkehrsaufkommen. Und grade jetzt wo es darum geht, die zusätzlichen Mittel der Stadt in Projekte, wie den Bau einer Uferpromenande, zu gießen, werden die unterschiedlichen Interessen deutlich. Wie können diese bestmöglichst bedient werden und eine Lösung gefunden, die die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Lager berücksichtigt?

 

Die Planspiele wurden in Kooperation mit Planpolitik erarbeitet, im Rahmen des Modellprojekts „Generationen in der Welt von Morgen“, das vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg gefördert wurde.